Heilpflanzen von A-Z: Alles mit P


Palmlilie
Palmlilie
MedPharm

Wissenschaftlicher Name: Yucca filamentosa L.

Allgemein

In deutschen Quellen wurde die Pflanze erstmals 1557 von Federmann als Yamswurzel erwähnt. In den französischen Quellen taucht die Pflanze 1555 als Yucca auf. In Amerika werden die Samen und Schösslinge gegessen. Rowell hat die Pflanze in der Homöopathie eingeführt. Sie wird dort bei Durchfall, Blähungen, Kopfschmerzen etc. angewendet.

Charakteristik

Die Pflanze ist im südlichen Nordamerika beheimatet und wird in Europa vor allem als Zierpflanze angebaut. Medizinisch verwendet werden die Blätter und Wurzeln von nicht blühenden Pflanzen. Blüte- und Erntezeit sind Juli und August.

Anwendungsbereiche

Leber- und Gallenbeschwerden

Dosierung

keine Angaben

Wirkung und Nebenwirkungen

Risiken der bestimmungsgemäßen Anwendung therapeutischer Dosen der Droge und Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Bei Einnahme kann es wegen des Saponingehaltes zu Magenbeschwerden kommen. Zur Bewertung der Wirkung liegen unzureichende Informationen vor.

Anwendung in Lebensmitteln

keine Angaben

Autor: Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke
Passionsblume
Passionsblume
MedPharm

Wissenschaftlicher Name: Passiflora incarnata L.

Allgemein

Erst 1867 hat Phares auf die schmerzstillende Wirkung der Pflanze hingewiesen und 1904 veröffentlichte Stapelton in Detroit die erste größere Abhandlung über die Wirkung der Pflanze. Er setzte sie erfolgreich bei Schlaflosigkeit von Hysterikern, Neurasthenikern und Alkoholikern ein. Die Passionsblume wird in der Homöopathie verwendet und findet ebenfalls Verwendung als beruhigender Badezusatz.

Charakteristik

Die Passionsblume ist in den südöstlichen Staaten der USA bis Argentinien und Brasilien heimisch. In Europa kommt Sie als Gartenpflanze vor. Die Droge wird vor allem aus den USA und Indien importiert. Blüte- und Erntezeit sind die Monate Mai bis September. Das ganze oder geschnittene, getrocknete Kraut und die frischen oberirdischen Teile werden medizinisch verwendet.

Anwendungsbereiche

Innere Anwendung: bei leichten Einschlafstörungen, nervösen Unruhezuständen und nervös bedingten Beschwerden im Magen- und Darmbereich
Volksmedizin: innerlich bei Depressionszuständen, Asthma und Neuralgien; äußerlich bei Hämorrhoiden
Homöopathie: bei Schlafstörungen, Krampfleiden und Unruhezuständen

Dosierung

Innere Anwendung
Tagesdosis: 4-8 g Droge für Teeaufgüsse und andere Zubereitungen
Tee: 2-3-mal täglich und eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen 1 Tasse trinken
Tinktur: 0,5-2 ml, 3-mal täglich
Volksmedizin: 20 g Droge in 200 ml siedendes Wasser geben, filtrieren und nach dem Abkühlen für Waschungen verwenden
Homöopathie: 5 Tropfen oder 1 Tablette oder 10 Globuli oder 1 Messerspitze Verreibung alle 30-60 Minuten (akut) oder 1-3-mal täglich (chronisch)

Wirkung und Nebenwirkungen

Im Tierversuch konnte eine blutdrucksenkende und das Atemzentrum anregende Wirkung gezeigt werden. Gegen nervöse Unruhezustände wird die Anwendung der Droge empfohlen. Risiken der bestimmungsgemäßen Anwendung therapeutischer Dosen der Droge und Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Anwendung in Lebensmitteln

Das gelbe Fleisch der Passionsblumenfrüchte ist essbar, die Blätter und Blüten werden als Aromastoff eingesetzt. Extrakte aus der Pflanze regen die Atmung an, wirken entspannend und beruhigend.

Autor: Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke
Pfefferminze
Pfefferminze
MedPharm

Wissenschaftlicher Name: Mentha x piperita.

Allgemein


Pfefferminze ist heutzutage in aller Munde. Fast in jeder Hand- oder Hosentasche warten Minzbonbons oder -kaugummis darauf, frischen Geschmack zu verbreiten. Was viele nicht wissen: Die Pfefferminze wurde bereits vor über 3.000 Jahren kultiviert – das beweisen Funde in ägyptischen Grabstätten. Auch ihre Heilkraft war damals kein Geheimnis mehr. Gegen die unterschiedlichsten Beschwerden, vom Zahngeschwür bis zur Verstopfung, setzten antike Ärzte die Minze ein.

Der Durchbruch in Europa gelang allerdings erst im 18. Jahr­hundert. Seitdem wird die Pfefferminze auch hierzulande kommerziell angebaut. Sie findet sich in vielen Lebensmitteln wieder, bei Bauchkrämpfen oder Erkältungen gilt sie als sanftes und vielversprechendes Heilmittel.

Charakteristik

Die Pfefferminze wächst in ganz Europa und Nordamerika meist in Gärten und auf Plantagen. Für die Medizin gibt es kaum einen Teil der Pflanze, der nicht von Bedeutung ist – verwendet werden die getrockneten Blätter und Blüten, die ganze frische Pflanze sowie das aus der Pflanze gewonnene Öl.

Anwendungsbereiche

Innere Anwendung: bei Reizdarm, Erkältungen, Schleimhautentzündungen im Mundraum, Krämpfen im Magen-Darm-Trakt und Beschwerden in den Gallenwegen.
Äußere Anwendung: bei Muskel- und Nervenschmerzen.
Homöopathie: bei Erkältungen.
Volksmedizin: bei Übelkeit, Brechreiz, Schwangerschafts­erbrechen, Dysmenorrhö und Erkältungen.

Dosierung

Innere Anwendung
Einzeldosis 3–6 g Blätter; Tagesdosis 6–12 Tropfen Öl; bei Reizdarm Einzeldosis 0,2 ml in magensaftresistenter Umhüllung, Tagesdosis 0,6 ml.
Tee:
3- bis 4-mal täglich 1 Tasse zwischen den Mahlzeiten trinken.
Homöopathisch:
5 Tropfen, 1 Tablette, 10 Globuli oder 1 Messerspitze alle 30–60 Minuten verreiben oder, bei chronischen Beschwerden, 1- bis 3-mal täglich.
Inhalation:
3–4 Tropfen Öl in heißes Wasser geben und Dämpfe einatmen.

Äußere Anwendung
2- bis 4-mal täglich betroffene Hautstellen einreiben, bei Kindern 5–15 Tropfen auf Brust und Rücken verreiben.

Wirkung und Nebenwirkungen

Pfefferminze wirkt wirklich. Ihr Hauptinhaltstoff Menthol stillt nachweislich Husten, tötet Bakterien, Viren oder Pilze, hilft bei Schleimhautentzündungen und lockert Bauchkrämpfe. Für das Syndrom Reizdarm liegen zwar widersprüchliche Studien­ergebnisse vor, insgesamt beurteilen Experten die Wirkung jedoch als positiv. Auf die Haut aufgetragen lindert Pfefferminzöl erwiesenermaßen Rheumabeschwerden, Juckreiz, Nesselsucht und Erkältungen.

Für Kinder unter drei Jahren und Asthmatiker sind Einreibungen mit Pfefferminzöl allerdings tabu – die Atemmuskulatur droht sonst zu verkrampfen.

Für die innere Anwendung gilt: Treten Magenbeschwerden auf, sollten Pfefferminzpräparate abgesetzt werden. Patienten mit Leberschäden, Gallensteinen oder einer Gallenblasen­entzündung greifen am besten gar nicht erst zur Minztablette.

Anwendung in Lebensmitteln

Die Pfefferminze ist nicht nur eine wirksame Heilpflanze, sondern auch ein würziges Küchenkraut. Egal ob als Hauptzutat im Tee, als Geschmacksträger im Kaugummi, als Gaumenfreude in der Schokolade oder als i-Tüpfelchen in englischen Soßen und Cocktails – Pfefferminze erfrischt. Den Geschmack bestimmt wieder einmal das Menthol. Das Geheimnis: Menthol wirkt auf die Kälterezeptoren und hinterlässt ein kühles Gefühl auf der Zunge und im Gaumen.

Autor: Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke
Primel
Primel
MedPharm

Wissenschaftlicher Name: Primula veris

Allgemein

In der Mythologie skandinavischer Länder spielte die Primel, im Volksmund auch ‚Schlüsselblume‘ genannt, eine wichtig Rolle. Sie galt als die Blume der Nixen, Elfen und Undinen. Die Kräuterbücher des Mittelalters beschreiben die Frühlingsblume unter anderem als Heilpflanze gegen Gicht und als wirksames Mittel bei Herzbeschwerden, Schlaganfall oder Wunden. Die moderne Pharmakologie verwendet die Pflanze bei Erkältungsbeschwerden. In der Volksmedizin kommt sie unter anderem gegen Gicht, Schlaflosigkeit, Asthma oder neuralgische Beschwerden zum Einsatz.

Charakteristik

Die Primel, die auf der gesamten Nordhalbkugel verbreitet ist, kommt auf sonnigen Wiesen und in lichten Wäldern vor. Sie blüht von März bis Mai und hat gelbe, orange gefleckte Blüten. Aus einer Pflanze können bis zu 25 Blütenstängel entspringen, auf denen drei- bis siebenblütige Dolden stehen. Medizinisch werden hauptsächlich die Wurzeln verwendet, seltener die Blüten. Da die Primel in Deutschland unter Naturschutz steht, führt man große Mengen aus südlichen Ländern wie der Türkei ein. Wurzel und Blüten enthalten Flavanoide und Saponine. Sie wirken dadurch schleimlösend auf die Bronchien und fördern den Schleimauswurf.

Anwendungsbereiche

Innere Anwendung der Blüte: bei Katarrhen der Atemwege
Volksmedizin: bei Schlaflosigkeit, Angstzuständen, Gliederzittern, Kopfschmerzen, Neuralgien und als „Herztonikum“ bei Schwindel und Herzschwäche
Homöopathie: bei Kopfschmerzen und Hautausschlägen

Innere Anwendung der Wurzel: bei Katarrhen der Atemweg
Volksmedizin: innerlich bei Keuchhusten, Asthma, Gicht, Arthritis, Blasen- und Nierenleiden, Migräne, Schwindel, Magenkrämpfen, Skorbut, neuralgischen Beschwerden; äußerlich bei Kopfschmerzen und Hautunreinheiten

Dosierung

Innere Anwendung der Blüte
Einzeldosis: 1 g Droge
Tagesdosis: 3 g Droge
Tee: mehrmals täglich eine Tasse, besonders morgens und abends
Flüssigextrakt: 1-2 ml, 3-mal täglich
Homöopathie: 5 Tropfen oder 1 Tablette oder 10 Globuli oder 1 Messerspitze Verreibung alle 30-60 Minuten (akut) oder 1-3-mal täglich (chronisch)

Innere Anwendung der Wurzel
Einzeldosis: 0,5 g Droge
Tagesdosis: 1 g Droge
Tinktur: Tagesdosis 7,5 g
Extrakt: Einzeldosis 0,1-0,2 g
Flüssigextrakt: Einzeldosis 0,5 g
Tee: als Hustenlöser alle 2-3 Stunden eine Tasse

Wirkung und Nebenwirkungen

Bei Überdosierung können Übelkeit, Brechreiz, Magenbeschwerden oder Durchfälle auftreten.

Die Primel steht unter Naturschutz und darf deshalb nicht selbst gesammelt werden.

Autor: Th. Brendler, J. Gruenwald, Ch. Jaenicke; K. Stegherr

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