Laborwerte von A-Z: Alles mit T


T3 (Trijodthyronin)

Das Schilddrüsenhormon T3 (Trijodthyronin) wird überwiegend durch Abspaltung eines Jods aus dem Schilddrüsenhormon T4 (Thyroxin) außerhalb der Schilddrüse gebildet. T3 ist das aktivere der beiden. T3 ist im Blut ganz überwiegend an Eiweiße gebunden und somit biologisch inaktiv. Nur das freie Trijodthyronin (fT3 oder Freies T3) ist biologisch wirksam. T4 und T3 wirken praktisch auf den gesamten Organismus. Sie steigern u. a. Grundumsatz (Energieverbrauch und Wärmeproduktion in Ruhe) und Stoffwechsel und sind unverzichtbar für ein normales Wachstum und eine ungestörte körperliche und geistige Entwicklung.

Normalbereich (Blut)

  • Gesamt-T3 (TT3): 0,9–1,8 µg/l (1,4–2,8 nmol/l)
  • fT3: 3,5–8 ng/l (5,4–12,3 pmol/l)

Indikation

Verdacht auf Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse, der durch Bestimmung von T4 und TSH nicht zu klären ist

Ursachen erhöhter Werte

  • Schilddrüsenüberfunktion, Überdosierung von Schilddrüsenhormonen
  • Isolierte T3-Hyperthyreose.

Ursachen erniedrigter Werte

  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Behandlung mit Thyreostatika (hemmen die Schilddrüsentätigkeit)
  • Low-T3-Syndrom durch verminderte Umwandlung von T4 zu T3 bei schwerstkranken Patienten (z. B. mit Blutvergiftung) oder im Alter.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
T4 (Tetrajodthyronin)

Das jodhaltige T4 ist eines der beiden Schilddrüsenhormone. T4 ist im Blut größtenteils an TBG (Thyroxinbindendes Globulin) gebunden. Biologisch aktiv ist nur das fT4 (freie Thyroxin, Freies T4) im Blut.

Dabei ist T4 biologisch nur schwach aktiv, viel wirksamer ist das T3 (Trijodthyronin). T4 und T3 wirken praktisch auf den gesamten Organismus. Sie steigern u. a. Grundumsatz (Energieverbrauch und Wärmeproduktion in Ruhe) und Stoffwechsel und sind unverzichtbar für ein normales Wachstum und eine ungestörte körperliche und geistige Entwicklung.

Normalbereich (Blut)

  • Gesamt-T4 (TT4): 55–110 µg/l (77–142 nmol/l)
  • fT4: 8–18 ng/l (10–23 pmol/l)

Indikation

  • Weiterführende Untersuchung bei Erhöhung oder Erniedrigung des TSH-Werts
  • Verdacht auf Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse
  • Kontrolle einer Behandlung mit Schilddrüsenhormonen.

Ursachen erhöhter Werte

  • Schilddrüsenüberfunktion, z. B. bei autonomem Schilddrüsenadenom, Morbus Basedow oder im Frühstadium einer subakuten oder chronischen Schilddrüsenentzündung)
  • Überdosierung von Schilddrüsenhormonen
  • Einnahme jodhaltiger Medikamente oder Untersuchung mit jodhaltigen Kontrastmitteln bei bis dahin unerkannter Schilddrüsenfunktionsstörung.

Ursachen erniedrigter Werte

  • Schilddrüsenunterfunktion, z. B. angeboren, bei chronischer Schilddrüsenentzündung, nach Schilddrüsenoperation oder Radiojodtherapie, bei Funktionseinschränkung der Hypophyse
  • Überdosierung schilddrüsenfunktionshemmender Medikamente (Thyreostatika)
  • Extremer Jodmangel.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Testosteron und SHBG (Sexualhormonbindendes Globulin)

Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon. Es wird vornehmlich in den Hoden des Mannes gebildet, darüber hinaus bei beiden Geschlechtern in der Nebennierenrinde und bei Frauen gering auch in den Eierstöcken. Die Hauptwirkung des Testosterons besteht in einer Förderung der männlichen Geschlechtsmerkmale, der Samenproduktion und des Geschlechtstriebs, darüber hinaus wirkt es u. a. muskelaufbauend. Die Testosteronbildung wird vom luteinisierenden Hormon (LH) gesteuert. Im Blut ist Testosteron zu über 95 % an SHBG (Sexualhormonbindendes Globulin) gebunden, wirksam ist aber nur das freie Testosteron. Standardmäßig wird das Gesamt-Testosteron bestimmt, also die Summe aus freiem und an SHBG gebundenem Testosteron.

Eine Studie hat gezeigt, dass Testosteron Männer unempfindlicher gegen entzündlich-allergische Erkrankungen wie Asthma, Rheuma oder Schuppenflechte macht, indem es die Aktivität des Enzyms Phospholipase D vermindert. Dieses Enzym fördert die Produktion von Entzündungsstoffen in den Immunzellen. Testosteron vermindert auch die Enzymaktivität in weiblichen Immunzellen.

Normalbereich (Blut) 

Gesamt-Testosteron: 

  • Männer: 3–10 ng/ml (10,4–34,7 nmol/l) 
  • Frauen vor den Wechseljahren: < 0,86 ng/ml (< 3 nmol/l) 
  • Frauen nach den Wechseljahren: < 0,05 ng/ml (< 0,17 nmol/l). 

Freies Testosteron: 

  • Männer: 80–280 pg/ml (280–970 pmol/l) 
  • Frauen vor den Wechseljahren: 3–13 pg/ml (10,5–45 pmol/l). 

Indikation 

  • Männer: Gestörte Pubertätsentwicklung, hormonelle Unterfunktion der Hoden, Impotenz, Nebennierenrindentumoren, Überwachung einer Testosteronersatztherapie oder einer antiandrogenen Behandlung bei Prostatakrebs 
  • Frauen: Gestörte Pubertätsentwicklung, Ausbleiben der Menstruation, Verdacht auf polyzstische Ovarien, Vermännlichung (Hirsutismus), Nebennierenrindentumoren. 

Ursachen erhöhter Testosteron-Werte 

  • Männer und Frauen: Nebennierenrindentumor, Doping mit Androgenen 
  • Männer: Hodentumoren, angeborene Störungen mit unzureichender Androgenwirkung trotz Vorhandensein von Testosteron durch Gewebeunempfindlichkeit (Androgenresistenz, Androgenrezeptor-Defekte) 
  • Frauen: Polyzystische Ovarien (PCO), Cushing-Syndrom, Adrenogenitales Syndrom, Eierstocktumoren. 

Ursachen erniedrigter Testosteron-Werte 

  • Männer und Frauen: Fettsucht, Unterernährung, schwere chronische Erkrankungen, chronische Stress-Situationen, nach größeren Operationen, Alkohol-und Drogenmissbrauch, Dauereinnahme von Medikamenten (insbesondere Kortison und andere Hormonpräparate) 
  • Männer: Störungen der Hodenfunktion, z. B. bei Klinefelter-Syndrom 
  • Frauen: Funktionseinschränkung der Nebennierenrinde, nach den Wechseljahren, Einnahme der „Pille“. 

Hinweise 

Die Werte hängen von zahlreichen Einflüssen ab, z. B. Tageszeit, vorangegangene körperliche Anstrengung, bei Frauen Zeitpunkt im Menstruationszyklus. 

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Thiamin (Vitamin B1)

Vitamin B1 (Thiamin) gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen (Vorkommen, Funktion, täglicher Bedarf). Während Mangelerscheinungen durchaus klinische Relevanz haben und sich vor allem durch Störungen des Nervensystems äußern, sind Überdosierungen nur in Einzelfällen beschrieben worden.

Normalbereich (Blut)

15–90 µg/l

Indikation

Verdacht auf Vitamin-B1-Mangel

Ursachen erniedrigter Werte

  • Fehlernährung, z.B. bei Alkoholmissbrauch
  • Resorptionsstörungen
  • Erhöhter Bedarf, z.B. in der Schwangerschaft

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Thrombozyten (Blutplättchen)

Die kernlosen Blutplättchen spielen eine Schlüsselrolle in der Anfangsphase der Blutgerinnung.

Normalbereich (Blut)

150 000–400 000/µl (= 150–400 x109/l)

Indikation

  • Klärung unklarer Blutungen, Ausschluss einer Blutungsneigung
  • Verdacht auf Blut- oder Knochenmarkerkrankungen
  • Kontrolle vor Operationen, während Heparinbehandlung, während Strahlen- oder Zytostatikabehandlung (Chemotherapie).

Ursachen erhöhter Werte (Thrombozytose)

  • Kurzzeitig nach körperlicher Anstrengung
  • Als Reaktion auf Infektionen, Tumoren, Blutungen, nach Milzentfernung
  • Erkrankungen des Knochenmarks, v. a. myeloproliferative Erkrankungen wie z. B. die essenzielle Thrombozythämie.

Ursachen erniedrigter Werte (Thrombozytopenie)

  • Bildung von Autoantikörpern gegen Blutplättchen, z. B. nach Virusinfektionen, durch andere Krankheiten oder Medikamente (etwa Heparin)
  • Infektionen
  • Knochenmarkerkrankungen bzw. -schädigungen (z. B. Leukämie, Medikamentennebenwirkungen, Chemotherapie, Bestrahlung)
  • Überfunktion der Milz
  • Künstliche Herzklappen.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Thyreoglobulin (Tg)

Das in der Schilddrüse gebildete Thyreoglobulin dient der Speicherung von Schilddrüsenhormonen in der Schilddrüse.

Normalbereich (Blut)

3–50 µg/l, nach Schilddrüsenentfernung < 0,5 µg/l (laborabhängig)

Indikation

V. a. Verlaufskontrolle differenzierter Schilddrüsenkarzinome

Ursachen erhöhter Werte

  • Schilddrüsenvergrößerung, Morbus Basedow, autonomes Schilddrüsenadenom, subakute Schilddrüsenentzündung
  • Schilddrüsenkrebs (vom Typ eines differenzierten Schilddrüsenkarzinoms). Nach Entfernung der Schilddrüse Hinweis auf Metastasen.

Ursachen erniedrigter Werte

Überdosierung von Schilddrüsenhormonen

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Tocopherole (Vitamin E)

Der Begriff Vitamin E (Tocopherole) bezeichnet mehrere fettlösliche Vitamine mit dem Hauptvertreter alpha-Tocopherol (Vorkommen, Funktion, täglicher Bedarf). Sie fungieren beim Menschen v.a. als Antioxidanzien.

Normalbereich (Blut)

6–18 mg/l

Indikation

Verdacht auf Vitamin-E-Mangel

Ursachen erniedrigter Werte

  • Schwere Verdauungs- und Resorptionsstörungen, z.B. bei Mukoviszidose
  • Leberzirrhose

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
TRACP (TRAP, tartratresistente saure Phosphatase)

Der Begriff TRACP bezeichnet eine Enzymfamilie, die vor allem von den Osteoklasten (knochenabbauenden Zellen) gebildet wild. Bei einem gesteigerten Knochenabbau, aber auch in der Pubertät, ist der TRAP-Wert im Blut daher erhöht. Der Untertyp (Isoenzym) TRACP 5b, der heute separat bestimmt werden kann, gilt als spezifisch für den Knochenstoffwechsel.

Normalbereich (Blut)

labor- und altersabhängig

Indikation

Verdacht auf gesteigerten Knochenabbau

Ursachen erhöhter Werte

  • Osteoporose
  • Knochenmetastasen

Hinweise

Der diagnostische Wert der TRAP-Bestimmung im Rahmen der Osteoporosediagnostik ist umstritten, da sie störungsanfällig und nicht sehr sensitiv ist. Eher empfohlen wird die Bestimmung der CTX oder der Pyridinium-Crosslinks

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Transaminasen

Zu den Transaminasen zählen:

  • GOT
  • GPT

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Transferrin und Transferrin-Sättigung

Transferrin ist das Transporteiweiß für Eisen, das über das Blut zu den Geweben gebracht werden soll. Die Bestimmung des Transferrins hilft jedoch bei der Beurteilung des Eisenhaushalts nicht weiter. Besser, aber immer noch störanfällig (und deshalb in Kombination mit anderen Werten eingesetzt), ist die Transferrin-Sättigung. Sie gibt an, wieviel Prozent des Transferrins mit Eisen beladen sind und wird berechnet aus der Eisenkonzentration im Blutserum dividiert durch die Transferrinkonzentration.

Tf-Sat [%] = Serum-Eisen [µg/dl] x 70,9 / Serum-Transferrin [mg/dl]

Normalbereich (Blut) [KLL; LAB]

Transferrin: 212–360 mg/dl, Transferrin-Sättigung: 16–45 %

Indikation

Verdacht auf Eisenmangel oder Eisenüberladung.

Ursachen erhöhter Transferrin-Sättigung

  • Hämolytische oder megaloblastäre Anämie, Porphyrie
  • Eisenüberladung, z. B. bei Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit), häufigen Bluttransfusionen (> 50 Erythrozytenkonzentrate).

Ursachen erniedrigter Transferrin-Sättigung

Eisenmangel, Blutarmut (Anämie) bei chronischen Entzündungen und Tumoren.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Triglyzeride (Neutralfette)

Triglyzeride oder Neutralfette werden zum einen mit der Nahrung aufgenommen und dann im Blut mithilfe von Chylomikronen (einer Lipoproteinart) transportiert. Zum anderen werden sie im Körper selbst hergestellt und an Lipoproteine mit sehr geringer Dichte (VLDL) gebunden.

Ein hoher Triglyzeridspiegel im Blut ist ein Risikofaktor für die koronare Herzkrankheit (KHK).

Normalbereich (Blut) [KLL; LAB]

< 200 mg/dl (< 2,3 mmol/l)

Indikation

  • Beurteilung des Arterioskleroserisikos (zusammen mit Cholesterinwerten)
  • Diagnose und Klassifikation einer Fettstoffwechselstörung
  • Therapiekontrolle unter diätetischer bzw. medikamentöser Behandlung einer Fettstoffwechselstörung.

Ursachen erhöhter Werte (Hypertriglyzeridämie)

  • (Reaktive) sekundäre Fettstoffwechselstörung bei Überernährung, v. a. fett- und zuckerreicher Kost, schlecht eingestelltem Diabetes, Nierenversagen, nephrotischem Syndrom, Schilddrüsenunterfunktion
  • Alkoholmissbrauch
  • Einnahme von bestimmten Medikamenten, z. B. Kortison, „Pille“, harntreibende Medikamente (Diuretika)
  • Schwangerschaft
  • Vererbte (primäre) Fettstoffwechselstörung.

Hinweise

Der Triglyzerid-Wert reagiert stark auf Fettaufnahme mit der Nahrung, daher muss der Blutabnahme eine zwölfstündige Nahrungskarenz vorangehen. Außerdem darf man sich ab dem Vortag der Blutabnahme nicht schwer körperlich anstrengen.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Troponine: cTnT und cTnI

Die Eiweiße [kardiales] Troponin T (cTnT) und [kardiales] Troponin C (cTnI) kommen (fast) nur im Herzmuskel vor und werden oft als [kardiale] Troponine zusammengefasst. Sie werden bei (schweren) Herzmuskelschäden freigesetzt und gehören derzeit zu den aussagekräftigsten Blutwerten bei Verdacht auf Herzinfarkt, weil sie schnell, empfindlich und spezifisch reagieren. Für den Einsatz z. B. im Notarztwagen gibt es zudem einen Troponin-Schnelltest. Besonders früh lässt sich ein Herzinfarkt mit den neuen hochsensitiven Troponintests nachweisen (z.B. High Sensitive Troponin T®). Innerhalb der ersten 4 Stunden nach dem Infarkt ist ihre Trefferquote doppelt so hoch wie die herkömmlicher Tests.

Normalbereich (Blut)

  • cTnT: < 0,1 µg/l
  • cTnI: < 0,6 µg/l, Grauzone 0,6–1,5 µg/l (laborabhängig)

Indikation

Diagnose und Schweregradeinschätzung bei akutem Herzinfarkt oder einer anderen Herzmuskelschädigung

Ursachen erhöhter Werte

  • Akuter Herzinfarkt (Anstieg nach 3–8 Std., Maximum nach etwa 20 Std., Normalisierung nach 1–2 Wochen)
  • Herz-OP (z. B. Bypassoperation), Lungenembolie mit Rechtsherzinsuffizienz, schwere Herzmuskelentzündung, Herzprellung bei Unfällen
  • Nierenversagen.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon)

Das Hypophysenvorderlappenhormon TSH reguliert die Jodaufnahme in die Schilddrüse und stimuliert die Schilddrüsentätigkeit. Die TSH-Freisetzung wiederum wird durch das Steuerhormon TRH (Thyreotropin Releasinghormon) aus dem Hypothalamus kontrolliert (Schaubild zum Regelkreis der Schilddrüsenhormone).

Die TSH-Bestimmung ist der wichtigste (Such-)Test auf eine Schilddrüsenüber- oder unterfunktion. Liegt der TSH-Wert außerhalb des Normbereichs, folgen weitere Untersuchungen, v. a. die Bestimmung der Schilddrüsenhormone T3 und T4 sowie gelegentlich ein TRH-[Stimulations]Test. Dabei wird geprüft, um wie viel der TSH-Wert auf Gabe von TRH ansteigt.

Normalbereich (Blut)

  • TSH: 0,4–4,0 mU/l
  • TRH-[Stimulations-]Test: Anstieg des TSH-Werts nach TRH-Gabe um 2–25 mU/l.

Indikation

TSH:

  • Suchtest auf Schilddrüsenfunktionsstörungen (Neugeborenen-Screening)
  • Beim geringsten Verdacht auf eine Unterfunktion der Schilddrüse möglichst noch vor oder während der Schwangerschaft, da sonst ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko droht
  • Therapiekontrolle bei Behandlung mit Schilddrüsenhormonen
  • Klärung von erhöhten Prolaktinspiegeln oder Cholesterinwerten im Blut
  • Unklare Krankheitszustände, bei denen die Möglichkeit einer Schilddrüsenfunktionsstörung besteht.

TRH-[Stimulations-]Test:

  • Unklare Schilddrüsenfunktionsstörungen, die durch Bestimmung der übrigen Schilddrüsenwerte nicht zu klären sind
  • Erkrankungen von Hypothalamus und Hypophyse.

Ursachen erhöhter Werte

TSH:

  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Selten: TSH produzierende Tumoren der Hypophyse (mit nachfolgender Schilddrüsenüberfunktion).

TRH-[Stimulations-]Test:

  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Jodmangel.

Ursachen erniedrigter Werte

TSH:

  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Erstes Schwangerschaftsdrittel, schwere körperliche und seelische Krankheiten, Behandlung mit Kortison oder Dopamin (z. B. bei Parkinson-Krankheit)
  • Funktionseinschränkung der Hypophyse oder des Hypothalamus.

TRH-[Stimulations-]Test:

  • Vor allem in Frühstadien verschiedener Schilddrüsenerkrankungen
  • Behandlung mit Schilddrüsenhormonen, Schilddrüsenüberfunktion
  • Schilddrüsenunterfunktion durch Hypophysenstörung.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Tumormarker

Als Tumormarker im engeren Sinne werden solche Substanzen bezeichnet, die entweder von den Krebszellen selbst oder vom Körper als Reaktion auf die Krebszellen freigesetzt und dann im Blut oder anderen Körperflüssigkeiten erhöht gefunden werden.

Obwohl der Name anderes erhoffen lässt, sind die meisten Tumormarker nicht als Suchtest auf Krebs geeignet, da sie zum einen auch bei zahlreichen anderen Erkrankungen erhöht sein können (geringe Spezifität), zum anderen nicht immer und bei allen Tumorpatienten frühzeitig ansteigen (geringe Sensitivität). In der Therapie- und Verlaufskontrolle hingegen haben sie einen hohen Stellenwert.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess

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