Frauenkrankheiten


Menstruationszyklus und Wechseljahre

Menstruationsschmerzen

Menstruationsschmerzen (Periodenschmerzen, Dysmenorrhoe): Schmerzen im Unterbauch während der Monatsblutung. Etwa 20 % aller Frauen leiden darunter; bei jungen Mädchen in der Pubertät ist sogar jedes zweite betroffen. Menstruationsschmerzen können in der Regel mit einfachen Mitteln bekämpft werden.

Leitbeschwerden

  • Ziehende, krampfartige Schmerzen im Unterbauch meist an den ersten beiden Blutungstagen
  • Leichte Schmerzen bereits kurz vor der Monatsblutung.

Wann zum Frauenarzt

In den nächsten Wochen, wenn

  • Die Schmerzen bei jeder Monatsblutung auftreten und so stark sind, dass der normale Tagesablauf beeinträchtigt wird
  • Gleichzeitig Störungen der Monatsblutung bestehen
  • Die Schmerzen plötzlich auftreten und die Monatsblutung bis dahin immer schmerzlos war.

Die Erkrankung

Bestehen die Menstruationsschmerzen schon seit der ersten Monatsblutung, spricht der Arzt von primärer Dysmenorrhoe. Die Schmerzen werden in diesem Fall durch krampfartiges Zusammenziehen (Kontraktion) der Gebärmutter verursacht, für das körpereigene Substanzen, die Prostaglandine, verantwortlich sind. Prostaglandine kommen außer in der Gebärmutterwand in fast allen Organen vor und können neben den Muskelkontraktionen auch Schmerzen auslösen. Im Normalfall verschwinden die Schmerzen bei primärer Dysmenorrhoe in den folgenden Zyklen.

Bei der sekundären Dysmenorrhoe treten die Schmerzen erst nach einigen Jahren auf, wenn vorher die Monatsblutung immer schmerzarm oder schmerzlos war. Hier können die Ursachen vielfältig sein und müssen ärztlich abgeklärt werden. Gutartige Gebärmuttertumoren wie Myome oder auch eine Endometriose können in diesen Fällen die Ursache sein.

Prinzipiell spielt auch die Psyche eine große Rolle bei der Schmerzentstehung. Stress, Sorgen oder das automatische Erwarten von Schmerzen, wenn auch die Freundin oder die Mutter daran leidet, können diese hervorrufen. Manchmal fühlen sich junge Mädchen noch unwohl und unsicher, was die Veränderungen in ihrem Körper angeht. Menstruationsschmerzen sind unter Umständen Ausdruck einer unbewussten Ablehnungshaltung gegenüber dem Erwachsenwerden.

Das macht der Arzt

Mit einer gynäkologischen Untersuchung und einem Ultraschall des Unterbauchs schließt der Arzt organische Ursachen wie Fehlbildungen, Myome der Gebärmutter oder eine Endometriose aus. Erhärtet sich der Verdacht auf Endometriose, ist eine Bauchspiegelung notwendig.

Sind organische Ursachen ausgeschlossen, verordnet der Arzt kurzfristig schmerzlindernde oder krampflösende Medikamente. Häufig lassen sich die Beschwerden aber auch mit Selbstbehandlungsmaßnahmen lindern. Auch die Einnahme der „Pille“ führt bei vielen Frauen zu einer leichteren und kürzeren Blutung und lässt die Schmerzen verschwinden.

Medikamente bei Menstruationsschmerzen.Ibuprofen (z. B. Dismenol®, Gyno-Neuralgin®, MENSOTON®, Urem®) hemmt die Prostaglandinproduktion und wirkt auf diese Weise schmerzlindernd. Naproxen (z. B. Dysmenalgit®, Naproxen gyn®) ist ebenfalls ein Prostaglandinhemmer, der gut verträglich ist. Butylscopolamin (Buscopan®) ist ein krampflösender Wirkstoff, der bei Menstruationsschmerzen ebenfalls hilft.
Auch Acetylsalicylsäure (z. B. Acesal®, Aspirin®) lindert zwar die Schmerzen, ist während der Menstruation aber nicht geeignet. Es wirkt gerinnungshemmend und kann deshalb den Blutverlust zusätzlich steigern.

Selbsthilfe

  • Wärmeanwendungen (Wärmflasche, erhitztes Dinkel- oder Kirschkernsäckchen, warme Umschläge) auf dem Unterbauch oder ein warmes Vollbad (z. B. mit Melisse, Kamille oder Bergamotte als Badezusatz) lösen Krämpfe und lindern Schmerzen.
  • Sex kann die Schmerzen dämpfen, zumindest wenn ein Orgasmus gelingt. Denn dann werden körpereigene Endorphine ausgeschüttet, opiatähnliche Stoffe, die zumindest für einen kurzen Zeitraum Schmerzlinderung bringen.

Komplementärmedizin

Die Pflanzenheilkunde empfiehlt Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus, z. B. Agnolyt®, Femicur®) zur längerfristigen Einnahme (4–6 Monate) sowie Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) und Gänsefingerkraut (Potentilla anserina) zur Stabilisierung des Hormonhaushalts. Die Präparate sind zwar rezeptfrei erhältlich, sollten jedoch besser erst nach Rücksprache mit dem Frauenarzt eingenommen werden.

Teemischungen aus Kamillenblüten (Matricaria recutita), Schneeballbaumrinde (Viburnum prunifolium) und Gänsefingerkraut (Potentilla anserina) wirken krampflösend; es wird empfohlen, einige Tage vor dem erwarteten Blutungsbeginn eine Teekur (bis zu drei Tassen täglich) zu beginnen.

TENS-Therapie. Die transkutane elektrische Nervenstimulation hat sich zur Behandlung von Menstruationsschmerzen bewährt. Wichtig ist, dass die elektrischen Impulse, die dem Körper zugeführt werden, eine ausreichend hohe Frequenz haben .

Akupunktur. Gegen Menstruationsschmerzen eingesetzt, ist die Akupunktur ebenfalls wirksam, schneidet im direkten Vergleich mit der TENS-Therapie aber etwas schlechter ab.

Homöopathie. In der Homöopathie häufig eingesetzte Mittel sind Belladonna, Cimicifuga, Crocus, Ignatia, Lachesis, Pulsatilla, Sepia, Uzara und Zincum metallicum.

Vorsorge

Regelmäßige sportliche Bewegung fördert die Durchblutung, löst Verkrampfungen der Muskulatur und sorgt zudem für seelische Ausgeglichenheit. Darüber hinaus tragen spezielle gymnastische Übungen dazu bei, dass Menstruationsschmerzen weniger heftig auftreten.

Entspannungsverfahren wie Autogenes Training können krampfartige Schmerzen lindern und das eigene Schmerzempfinden ändern.

Orthomolekularmedizin. Manche Frauen sprechen auf die Einnahme von Magnesium an. Die Orthomolekularmedizin schreibt dem Spurenelement einen entspannenden Effekt auf die Gebärmutterschleimhaut und eine hemmende Wirkung auf die schmerzauslösende Prostaglandinproduktion zu. Welche Dosierung im Einzelfall geeignet ist, sollte mit dem behandelnden Gynäkologen abgestimmt werden. Gleiches gilt für Vitamin B1 – in einer Studie erwies sich die regelmäßige Einnahme von 100 mg täglich in einigen Fällen als erfolgreich. Dennoch sollten auch in diesem Fall Dosierung und Einnahme mit dem Arzt geklärt werden .

Prämenstruelles Syndrom

Prämenstruelles Syndrom (PMS, prämenstruelle dysphorische Störung): Regelmäßig in den Tagen vor der Monatsblutung auftretende, das tägliche Leben beeinträchtigende körperliche und psychische Beschwerden, die mit Einsetzen der Blutung nachlassen. Da die Symptome vielfältig sind und unterschiedlich stark empfunden werden, schwanken die Angaben zur Häufigkeit des PMS. Etwa 35 % aller Frauen sind davon betroffen, Therapiebedürftigkeit besteht, wenn mindestens neun von zwölf Zyklen starke Beschwerden verursachen, was bei etwa 5 % der Frauen der Fall ist. Frauen über 30 leiden häufiger darunter als jüngere.

Leitbeschwerden

  • Brustspannen (Mastodynie)
  • Wassereinlagerungen, geschwollene Hände und Füße
  • Rücken- und Unterbauchschmerzen
  • Migräneartige Kopfschmerzen
  • Psychische Labilität: Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Lethargie, Depression mit unkontrollierbarem Weinen, Nervosität, Angstgefühle, sozialer Rückzug
  • Schlaflosigkeit
  • Völlegefühl, Verdauungsstörungen, Heißhunger auf Süßes
  • Gewichtszunahme
  • Hitzewallungen, Schweißausbrüche
  • Unreine Haut, Neigung zu Akne.

Ausmaß und Anzahl der Beschwerden sind sehr unterschiedlich. Für die Diagnose ist die Zahl der Beschwerden jedoch unerheblich. Entscheidend ist ihr zyklusabhängiges Wiederkehren in der 2. Hälfte des Menstruationszyklus. Nach der Menstruation bis mindestens zum Eisprung ist die Patientin symptomfrei.

Wann zum Frauenarzt

In den nächsten Wochen, wenn einige der genannten Beschwerden regelmäßig auftreten

Die Erkrankung

Dem PMS liegt ein hormonelles Ungleichgewicht in der zweiten Zyklushälfte zugrunde. Vor allem in den letzten 3–7 Tagen vor der neuen Menstruation überwiegt der Einfluss von Gestagen (Progesteron) gegenüber dem des Östrogens; es wird mehr Wasser im Gewebe eingelagert, was die schmerzhaften Schwellungen an Brüsten, Händen und Füßen erklärt. Aber auch andere Hormone wie Aldosteron, Prolaktin und Botenstoffe im Gehirn, wie das Glückshormon Serotonin , scheinen dabei eine Rolle zu spielen. So haben viele Frauen während der Tage vor ihrer Monatsblutung Heißhunger auf etwas Süßes. Dies kann ein Signal dafür sein, dass der Serotoninstoffwechsel im Gehirn gestört ist. In der zweiten Zyklushälfte wird das Gelbkörperhormon Progesteron gebildet, während gleichzeitig die Östrogenausschüttung abfällt. Damit steigt die Neigung, ein prämenstruelles Syndrom zu entwickeln. Dafür spricht auch, dass bei den betroffenen Frauen die Beschwerden während einer Schwangerschaft ausbleiben, und dass sie spätestens nach den Wechseljahren verschwinden.

Obwohl das PMS hormonell bedingt ist und deshalb nicht zu den psychosomatischen Störungen zählt, beeinflussen psychische Probleme die PMS-Beschwerden stark, allen voran Partnerschaftskonflikte, sexuelle Probleme in der Beziehung oder chronische Überforderung im Beruf oder in der Mutterrolle.

PMDS. Handelt es sich um eine schwere Form des PMS, bei der die psychische Problematik im Vordergrund steht, sprechen Mediziner von einer prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS). Betroffene Frauen sind in ihren beruflichen und sozialen Aktivitäten stark eingeschränkt. PMDS tritt familiär gehäuft auf. Als Ursache diskutiert wird eine genetisch bedingte Überempfindlichkeit gegenüber Sexualhormonen wie Östrogen und Progesteron. Frauen mit einer PMDS sollten nach der Geburt eines Kindes besonders aufmerksam beobachtet werden, da ihr Risiko für eine postpartale Depression erhöht ist.

Das macht der Arzt

Der Arzt schließt mit der gynäkologischen Untersuchung sowie einem Ultraschall des Unterbauchs organische Ursachen der Beschwerden aus. Eine Bestimmung der Hormonkonzentrationen im Blut deckt nur in wenigen Fällen ein Ungleichgewicht auf. Das schulmedizinische Therapieangebot ist zwar reichhaltig, aber nicht immer effektiv. Deshalb gehen die Empfehlungen der Frauenärzte weit auseinander. Die Therapie sollte sich danach richten, welche Symptome im Vordergrund stehen.

Viele Frauen von den folgenden Empfehlungen:

  • Veränderungen im Lebensstil stehen an erster Stelle, etwa regelmäßiger Sport und ein verbessertes Stressmanagement.
  • Zusätzlich empfehlen viele Frauenärzte Vitamin B6, Kalzium oder Magnesium als Nahrungsergänzung.
  • Bei nur vorübergehenden, aber starken (Kopf-)Schmerzen werden Schmerzmittel vom NSAR-Typ wie Indometacin empfohlen (z. B. IndoHexal®).
  • Soll gleichzeitig einer Schwangerschaft vorgebeugt werden, lindert die Einnahme der „Pille“ das PMS oft erstaunlich wirksam, weil die „Pille“ die körpereigene Hormonproduktion teilweise unterdrückt.
  • Stehen die Wassereinlagerungen im Vordergrund, lassen sich diese für jeweils ein paar Tage mit entwässernden Medikamenten (Diuretika) behandeln.
  • Wirksam, wenn auch bei Patientinnen meist wenig beliebt, ist oft die Behandlung mit Hormonen. Hier haben der Frauenarzt und seine Patientin die Qual der Wahl: Eine klassische Empfehlung ist die Behandlung mit Gestagenpräparaten (Progesteron) während der zweiten Zyklushälfte, z. B. täglich 30 mg Medroxyprogesteronacetat. Form der „Minipille“ – werden versuchsweise als Dauertherapie ausprobiert. Zu ihren häufigsten Nebenwirkungen zählt das komplette Ausbleiben der Menstruation. Wirksam ist ebenso die Anwendung von Danazol Ratiopharm® und von GnRH-Agonisten (sie werden alle auch bei der Endometriose eingesetzt und dort einschließlich ihrer Nebenwirkungen ausführlich beschrieben).
  • In der Phytotherapie wird zur Linderung der Beschwerden meist Mönchspfeffer verwendet.
  • Bei nervöser Unruhe oder depressiven Verstimmungen wird Johanniskraut eingesetzt. Aber Vorsicht: Johanniskraut kann die Wirkung der "Pille" vermindern.
  • Bei PMDS sind Antidepressiva vom Typ der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) oder Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) zu erwägen. Die Therapie sollte mindestens drei Monate dauern.

Selbsthilfe

Die folgende Aufstellung nennt die erfahrungsgemäß wirkungsvollsten Tipps:

Bewegung. Den größten therapeutischen Nutzen während der kritischen Tage bringt sportliche Aktivität. Regelmäßige körperliche Bewegung beugt dem PMS vor.

Ernährung. Die Reduktion von Salz, Zucker, Alkohol, Koffein und die Erhöhung der Kohlenhydratzufuhr sind in einer kontrollierten Studie untersucht worden. Ergebnis: Es wurde damit definitiv eine Verbesserung der Symptomatik erreicht. Eine kohlenhydratreiche und proteinarme Kost während der zweiten Zyklushälfte verbessert die Stimmung.

  • Viele Frauen empfinden Schokolade in den Tagen vor der Regel als hilfreich, dies ist verständlich, weil Kakao die Serotoninausschüttung stimuliert und Schokolade die Serotoninvorstufe Tryptophan enthält.
  • Manche Frauen profitieren auch vom „Nervenvitamin“ B6, das z. B. in Avocados, Bananen, Haferflocken, Nüssen und Vitamin-B-Kombinationspräparaten enthalten ist.
  • Möglicherweise hilft die Einnahme des muskelentspannenden Magnesiums (hoch dosiert z. B. 350 mg täglich) und des Kalziums, das in Milchprodukten sowie in speziellen Kalzium-Brausetabletten enthalten ist.
  • Auch ungesättigte Fettsäuren wie Linolen-, Öl- oder Linolsäure helfen, PMS-Beschwerden zu lindern. Oliven- und Kürbiskernöl etwa enthalten viele solcher ungesättigten Fettsäuren.
  • Versuchen Sie, in der zweiten Zyklushälfte vollständig auf Koffein zu verzichten und Ihren Nikotin- und Alkoholkonsum zu verringern.

Schlaf. Versuchen Sie, möglichst ausreichend zu schlafen. Wenn Sie Nachtdienst leisten müssen, versuchen Sie, Ihre Dienstpläne so zu beeinflussen, dass die Nachtschichten nach und nicht vor Ihren Tagen liegen.

Wärme. Gegen Krämpfe im Unterleib hilft feuchte Wärme (z. B. eine in ein feuchtwarmes Tuch gewickelte Wärmflasche); ein warmes Vollbad wirkt entspannend.

Seelische Konflikte und Stress. Haben Sie ungelöste Konflikte, scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen – je weniger seelische „Lasten“ Sie zu tragen haben, desto leichter werden Sie auch Ihre PMS-Beschwerden ertragen.

Komplementärmedizin

Pflanzenheilkunde. Zum Ausgleich des hormonellen Ungleichgewichts empfiehlt man dieselben Heilpflanzen wie zur Behandlung von Menstruationsschmerzen, wobei standardisiertem Mönchspfefferextrakt (Vitex agnus-castus, z. B. Agnolyt®, Femicur®) der größte therapeutische Stellenwert eingeräumt wird .

Kräutertees. Je nach vorherrschenden Symptomen können helfen:

  • Aufgegossene Birkenblätter (Betula pendula) oder Schachtelhalm zur Entwässerung bei Wassereinlagerungen und gegen Spannungsgefühle (z. B. in den Brüsten)
  • Johanniskraut (Hypericum perforatorum) zur Stimmungsaufhellung
  • Hopfenblüten (Humulus lupulus), Baldrian (Valeriana officinalis) und Melisse (Melissa officinalis) gegen Schlafstörungen oder Salbei (Salvia officinalis) bei hormonell bedingten Schweißausbrüchen
  • Ein bewährtes Mittel gegen Kopfschmerzen ist Pfefferminzöl (Menthae piperitae aetheroleum) zur Einreibung der Schläfen oder der Stirn.

Keinen Nachweis gibt es bislang, dass die ebenfalls häufig empfohlenen pflanzlichen Mittel Nachtkerzenöl(Oenothera biennis) und Ginkgo (Ginkgo biloba) PMS-Beschwerden lindern .

Massage. Auch sie wirkt sich positiv auf Häufigkeit und Verlauf des PMS aus, wobei der Effekt unmittelbar nach einer Massagesitzung am größten ist. Für eine dauerhafte Besserung ist es deshalb ratsam, eine Behandlungseinheit mit mehreren Massagen in regelmäßigen Abständen zu wiederholen.

Akupunktur. PMS ist ein häufiges Einsatzgebiet der Akupunktur, und es liegen zahlreiche Erfahrungsberichte vor, die dem Verfahren eine therapeutische Wirksamkeit bescheinigen. So gesehen spricht nichts gegen einen Versuch, die Beschwerden mittels Akupunktur zu lindern – auch wenn die Studienergebnisse in Bezug auf den therapeutischen Nutzen eher widersprüchlich sind .

Fußreflexzonenmassage. Es gibt Hinweise, dass die Fußreflexzonenmassage, bei der manueller Druck auf bestimmte Punkte oder Zonen der Füße ausgeübt wird, zur Behandlung von PMS geeignet ist. Die Behandlung sollte allerdings von einem erfahrenen Therapeuten durchgeführt werden .

Vorsorge

Wenn Sie leicht zu Stress z. B. im Job neigen, kann eine Entspannungstechnik wie Yoga oder Autogenes Training sehr wirksam sein. Sie sollten aber mit 2–3 Monaten rechnen, bis eine solche Entspannungstechnik wirkt.

Zykluskalender. Führen Sie als Vorbereitung zum nächsten Arztbesuch über mehrere Monate einen Zykluskalender. Tragen Sie dort sämtliche Beschwerden ein. Dies kann Ihnen selbst Aufschlüsse geben, es erleichtert das Gespräch mit Ihrem Arzt und die Suche nach einer bestmöglichen Behandlungsstrategie.

Orthomolekularmedizin. Die Orthomolekularmedizin empfiehlt Kombinationstherapien, z. B. von hoch dosiertem Magnesium, Vitamin B6 und Omega-3-Fettsäuren. Ein wissenschaftlicher Wirkungsnachweis steht jedoch aus, eine Alternative ist die Monotherapie mit einem der genannten Nährstoffe .

Toxinschocksyndrom

Toxinschocksyndrom (Toxisches Schocksyndrom, menstruelles TSS): Lebensbedrohliches Krankheitsbild, ausgelöst durch giftige Stoffwechselprodukte (Toxine) des Bakteriums Staphylococcus aureus. Das Toxinschocksyndrom ist eine seltene Erkrankung vor allem junger Frauen. Etwa drei von 100 000 Frauen sind während der Monatsblutung betroffen. Da das Toxinschocksyndrom mit der Verwendung von Tampons in Zusammenhang gebracht wird, wird dafür oft der Begriff Tamponkrankheit verwendet. Der Krankheitsverlauf ist ernst und endet für mindestens jede 30. Erkrankte tödlich. Wird ein Toxinschocksyndrom frühzeitig erkannt, bestehen bei intensivmedizinischer Behandlung aber gute Heilungschancen.

Leitbeschwerden

  • Plötzliches hohes Fieber
  • Blutdruckabfall, Schwindel
  • Fleckiger, sonnenbrandähnlicher Ausschlag mit späterem Ablösen der Haut
  • Erbrechen, Durchfall, eventuell Muskelschmerzen.

Warnhinweis: Bei Anzeichen eines Toxinschocksyndroms müssen Sie sofort den Tampon entfernen und schnellstmöglich eine Klinik aufsuchen!

Die Erkrankung

Das Bakterium Staphylococcus aureus befindet sich auf Haut und Schleimhäuten vieler Menschen, ohne direkt Krankheitszeichen auszulösen. Bei jüngeren Frauen kann es jedoch zu einer starken Vermehrung der Bakterien in der Scheide kommen, wenn sie während der Monatsblutung Tampons benutzen. Diese bleiben mitunter aufgrund ihrer Saugfähigkeit sehr lange in der Scheide und verändern das Scheidenmilieu, sodass die Keime sich ungehindert vermehren und Bakteriengifte (Toxine) bilden können. Auch Verhütungsmittel (z. B. ein in die Scheide eingeführtes Diaphragma) oder Infektionen im Wochenbett können eine derartige Infektion verursachen. Bei Männern und Kindern kann ein Toxinschocksyndrom durch eine Infektion nach einer Operation oder als Folge von Verletzungen auftreten. Die Toxine verbreiten sich sehr schnell im ganzen Körper und führen zur Blutvergiftung (Sepsis).

Das macht der Arzt

Der Arzt stabilisiert unter intensivmedizinischen Bedingungen mit der Infusion von Flüssigkeit und entsprechenden Medikamenten den Kreislauf und versucht, ein Versagen der Organe zu verhindern. Gleichzeitig erfolgt eine intravenöse Antibiotikabehandlung.

Vorsorge

Wechseln Sie Tampons grundsätzlich (auch im Flugzeug oder auf Reisen) mindestens viermal täglich, das heißt spätestens nach 6–8 Stunden.

Wechseljahresbeschwerden

Wechseljahresbeschwerden (Östrogenmangelsyndrom, klimakterisches Syndrom): Körperliche und psychische Beschwerden während der Wechseljahre (Klimakterium), die aber nur bei einem Drittel der Frauen behandlungsbedürftig sind. Die Wechseljahresbeschwerden können zwischen sechs Monaten und drei Jahren dauern, d. h. so lange, bis sich der Körper der betroffenen Frau an die neue Hormonlage gewöhnt hat. Die Behandlung der Beschwerden ist schwierig. Zur Linderung stehen die vorübergehende Gabe von Hormonpräparaten (Hormonersatztherapie) und verschiedene Methoden der Selbsthilfe und Naturheilkunde zur Verfügung.

Männer haben keine Wechseljahre – auch wenn das immer wieder behauptet wird –, weil der Rückgang der Geschlechtshormone sehr allmählich über 30 Jahre erfolgt, und auch die Zeugungsfähigkeit zumindest prinzipiell lebenslang besteht. Ein vorschnelles Nachlassen der Testosteronproduktion kommt aber vor.

Vorzeitige Wechseljahre (Climacterium praecox): Verlust der Eierstockfunktion und damit Beginn des Klimakteriums vor dem 40. Lebensjahr. Die Beschwerden und die Behandlungsmöglichkeiten sind die gleichen wie bei „regulären“ Wechseljahresbeschwerden.

Leitbeschwerden

Folgende Beschwerden können während der Wechseljahre auftreten, müssen aber nicht:

Prämenopause:

  • Zunehmend unregelmäßige und seltenere Menstruationen
  • Stärker oder schwächer werdende Blutungen
  • Schmierblutungen kurz vor der Monatsblutung.

Wechseljahre bis Menopause:

  • Hitzewallungen, Schweißausbrüche
  • Schwindel und Herzrasen
  • Trockenheit und Jucken im Genitalbereich
  • Depressive Stimmungslage
  • Nachlassende Libido
  • Reizbarkeit, Nervosität, Schlaflosigkeit.

Postmenopause:

  • Trockenheit im Genitalbereich und fehlendes Feuchtwerden trotz sexueller Erregung bleiben oft bestehen.
  • Rücken- und Gelenkbeschwerden.
  • Eventuell Haarwuchs im Gesicht („Damenbart“).

Wann zum Frauenarzt

In den nächsten Wochen, wenn die genannten Beschwerden

  • Vor dem 40. Lebensjahr auftreten
  • Eine Belastung sind.

Die Erkrankung

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Östrogene haben vielfältige Wirkungen auf die Organsysteme des weiblichen Körpers. Durch die hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren lassen diese Wirkungen mit der Zeit nach.

Ab dem 45. Lebensjahr reifen in den Eierstöcken immer weniger Eibläschen, und häufig verlaufen die Menstruationszyklen ohne Eisprung (anovulatorische Zyklen). Wenn die Eisprünge ausbleiben, wird auch kein Gelbkörper gebildet; dadurch reduziert sich der Spiegel des Gelbkörperhormons (Progesteron). Da jedoch zu diesem Zeitpunkt noch ausreichend Östrogene gebildet werden, wächst trotzdem die Gebärmutterschleimhaut und Monatsblutungen finden statt. Durch das Ungleichgewicht von Östrogen und Progesteron wird die Schleimhaut zum Teil zu hoch aufgebaut; dies ist der Grund für die stärkeren Blutungen in dieser Phase.

In den folgenden Jahren vermindert sich auch die Östrogenproduktion. Die Folgen des Östrogenmangels sind vielfältig. Es kommt zu unregelmäßigeren Blutungen sowie plötzlich auftretenden Hitzewallungen und Schweißausbrüchen. Die Scheidenschleimhaut wird trockener und schmerzt unter Umständen beim Geschlechtsverkehr. Außerdem juckt sie häufiger und wird anfälliger für Entzündungen. Die verminderte Östrogenkonzentration bewirkt weiter, dass mehr Stresshormone produziert werden. Mögliche Folgen sind Herzrhythmusstörungen und Schwindel sowie vermehrte Nervosität.

Während die meisten Beschwerden nach einiger Zeit wieder verschwinden, beschleunigt das Ausbleiben der Geschlechtshormone die Arteriosklerose und den Abbau von Knochengewebe (Osteoporose). Dadurch kommt es im Alter leichter zu Knochenbrüchen, am häufigsten in den Wirbeln, gleichzeitig nimmt die Körpergröße ab und die normale Krümmung der Wirbelsäule ändert sich. In Extremfällen spricht man vom Witwenbuckel.

Das macht der Arzt

Durch die Untersuchung von Zellmaterial aus einem Scheidenabstrich erkennt der Arzt, ob bereits ein Östrogenmangel vorliegt. Messungen der Hormonkonzentrationen im Blut sind nicht unbedingt notwendig, wenn die Beschwerden im entsprechenden Alter auftreten. Treten außerhalb der Monatsblutung zusätzliche Blutungen auf, wird eine Gebärmutterspiegelung durchgeführt, um Tumoren in der Gebärmutter auszuschließen. Herzrhythmusstörungen sind immer auch vom Kardiologen oder Internisten fachärztlich abzuklären. Bei ausgeprägten psychischen Beschwerden wird der Arzt zu einer begleitenden psychotherapeutischen Untersuchung und Behandlung raten.

Der Streit um die Hormonersatztherapie

Die Therapie von Wechseljahresbeschwerden verfolgt zwei Ziele: Zum einen will sie akute Beschwerden lindern, zum anderen den langfristigen negativen Auswirkungen auf Knochen und Gefäße vorbeugen. Da die Symptome vorwiegend auf einen Hormonmangel zurückzuführen sind, war die Hormonersatztherapie (HET) jahrelang die quasinatürliche Antwort auf den Hormonentzug während der Wechseljahre. Durch die in der Fachwelt völlig unerwarteten Ergebnisse der Women’s Health Initiative Studie (2002) ist der Einsatz der Hormonersatztherapie inzwischen aber zurückgegangen. So wird die Hormonbehandlung oft nur noch bei Frauen mit Wechseljahresbeschwerden sowie bei Frauen, die vorzeitig in die Wechseljahre kommen, empfohlen – und auch hier nur für wenige Jahre. Ein weiteres Problem besteht in der Wahl der Präparate. Zur Behandlung der Symptome würde der Ersatz von Östrogenen reichen. Da allerdings unter reiner Östrogenbehandlung vermehrt Krebserkrankungen der Gebärmutterschleimhaut auftreten, werden Östrogene und Gestagene kombiniert. Mit einer Ausnahme: Bei Frauen, deren Gebärmutter entfernt wurde, ist eine alleinige Östrogenbehandlung möglich.

Als Darreichungsformen stehen Tabletten, Spritzen, Vaginalzäpfchen und Pflaster zur Verfügung. Frauen, die an Bluthochdruck, Gerinnungsstörungen, starkem Übergewicht, ausgeprägten Krampfadern oder Lebererkrankungen leiden, werden ebenso wie Raucherinnen nicht mit Hormonen behandelt. Hatte oder hat eine Frau bereits eine Krebserkrankung, die auf Hormone empfindlich reagiert hat, wie z. B. Brust- oder Gebärmutterkörperkrebs, dürfen auch ihre Wechseljahresbeschwerden nicht mit Hormonen behandelt werden.

Seit Juni 2016 gibt es das verschreibungspflichtige Östrogen-Spray Lenzetto®. Einmal täglich auf den Unterarm gesprüht, bildet sich in der Haut für 24 Stunden ein Wirkstoffdepot, aus dem der Wirkstoff kontinuierlich in die Blutbahn abgegeben wird. Ein Vorteil des Sprays gegenüber der oralen Einnahme ist die niedrigere Dosierung und damit die Reduzierung der Nebenwirkungen. Nachteile liegen in der Anwendung: Die Haut muss gesund und trocken sein und darf eine Stunde nach dem Aufsprühen nicht gewaschen oder eingecremt werden. Extreme Temperaturverhältnisse, z. B. Sauna, können die Wirksamkeit beeinträchtigen. Kinder und Haustiere dürfen die besprühte Stelle nicht berühren, da es sonst zu einem unerwünschten Wirkstoffübertritt kommen kann.

Selbsthilfe

Versuchen Sie diesen Abschnitt Ihres Lebens möglichst positiv und aktiv zu gestalten. Lassen Sie es sich nicht nehmen, dieser wichtigen Lebensetappe Ihre eigene Prägung zu verleihen, die Sie mit Zufriedenheit erfüllt. Dazu gehört auch, die körperlichen Veränderungen anzunehmen und eventuellen Beschwerden möglichst keinen Krankheitswert zuzuweisen. Im Übrigen verlaufen die Wechseljahre bei jeder Frau anders und das Spektrum reicht von völliger Beschwerdefreiheit bis hin zu schweren körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass folgende Tipps vielen Frauen bei leichten bis mittelstarken Beschwerden helfen:

  • Leiden Sie unter Hitzewallungen, kleiden Sie sich nach dem Zwiebelschalenprinzip und tragen Sie Unterwäsche aus natürlichen Materialien (z. B. Baumwolle, Seide), die auch in feuchtem Zustand noch warm halten. Die Kleidung sollte bequem und eher weit geschnitten sein.
  • Setzen Sie Soja und andere Hülsenfrüchte (z. B. Erbsen, Bohnen), aber auch Haferflocken, Roggen und Weizen auf den Speiseplan, ihnen wird eine phytoöstrogene Wirkung zugeschrieben (Komplementärmedizin). Zudem gibt es Hinweise, dass durch den regelmäßigen Verzehr dieser Nahrungsmittel Hitzewallungen reduziert werden können.
  • Sportliche Aktivität mildert Hitzewallungen, lässt Sie besser schlafen, baut Stress ab, stärkt Herz und Kreislauf, beugt Übergewicht vor, baut überschüssige Pfunde ab und vermindert das Osteoporoserisiko. Am besten sind Ausdauersportarten (z. B. Walken, Radfahren, Joggen, Schwimmen). Aber oft ist schon viel gewonnen, wenn Sie im Alltag für mehr Bewegung sorgen, z. B. wenn möglich immer auf den Fahrstuhl verzichten, stattdessen die Treppe nehmen und/oder Besorgungen zu Fuß oder per Rad erledigen.
  • Je nach Beschwerdebild helfen auch physikalische Maßnahmen, die Sie ohne großen Aufwand zu Hause durchführen können. Bewährt haben sich z. B. kühle Abwaschungen oder lauwarme Halbbäder als Mittel zur schnellen Selbsthilfe bei Hitzewallungen oder erhöhter Schweißneigung, morgendliche Wechselduschen und regelmäßige Bürstenmassagen auf feuchter Haut (z. B. während des Duschens) zur Anregung des Kreislaufs oder abendliche Wechselfußbäder bei Schlafstörungen. Moorsitzbäder verbessern die Durchblutung im Genitalbereich und lindern Juckreiz. Ebenso empfehlen sich regelmäßige Saunabesuche.

Komplementärmedizin

Die Pflanzenheilkunde bietet eine Reihe von Heilmitteln, deren therapeutischer Nutzen bei Wechseljahresbeschwerden inzwischen wissenschaftlich belegt ist. Dazu gehören Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa, z. B. Remifemin®) und Johanniskrautextrakt (Hypericum perforatum, z. B. Aristo®, Hyperforat®, Jarsin®), der insbesondere depressive Verstimmungen lindert. Mönchspfefferextrakt (Vitex agnus-castus, z. B. Agnolyt ®) eignet sich vor allem zur Linderung der Beschwerden am Anfang der Wechseljahre. Für eine optimale Wirkung wird die längerfristige Einnahme von standardisierten Fertigextrakten empfohlen .

Bislang nicht sicher wissenschaftlich belegt ist dagegen die Wirksamkeit von Nachtkerzenöl (Oenothera biennis) und Ginseng (Panax ginseng), denen ein lindernder Effekt bei Hitzewallungen zugeschrieben wird .

Phytoöstrogene gelten derzeit als„sanfte“ Alternative zur Hormonersatztherapie. Den höchsten Gehalt an Phytoöstrogenen haben Sojabohne und Rotklee (Trifolium pratense), gefolgt von Linsen und anderen Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Knoblauch und Spargel. Die Mehrzahl der standardisierten Phytoöstrogenpräparate enthalten Soja- und Rotklee-Isoflavone (z. B. Menoflavon®). Bislang konnten Experten aber keinen Nutzen von Soja nachweisen. Wenn die Präparate bei Wechseljahresbeschwerden helfen, liegt das meist am Placeboeffekt, also an den positiven Erwartungen der Frauen. Demnach profitieren Frauen nicht, wenn sie Sojahormone schlucken. Es schadet ihnen aber auch nicht – zumindest bei kurzfristiger Einnahme. Wenden Frauen jedoch die Präparate über einen langen Zeitraum an, schließen Ärzte Nebenwirkungen nicht aus. Bedenklich ist vor allem eine Häufung von östrogenabhängigen Krankheiten wie Brustdrüsen- oder Gebärmutterkrebs, die auch bei Phytoöstrogenen zumindest bei höherdosierter und längerer Anwendung droht. Deshalb sollen Präparate mit Soja-Isoflavonen längstens 10 Monate n einer Maximaldosis von 100 mg pro Tag und Präparate mit Rotklee längstens 3 Monate in einer Maximaldosis von 43,5 mg Isoflavonen pro Tag eingenommen werden. Sind östrogenabhängige Krankheiten im Familienumfeld bekannt, zum Beispiel Brustdrüsen- oder Gebärmutterkrebs, ist von der Einnahme von Phytoöstrogenen grundsätzlich abzuraten.

Seit kurzem steht mit einem Trockenextrakt aus den Wurzeln des Rhapontikrhabarbers (Rheum rhaponticum z. B. Phytoestrol® N), ein weiteres pflanzliches Mittel zur Verfügung, das die gleichen Hormonwirkungen wie künstlich hergestellte (synthetische) Östrogene haben soll. Abgesehen davon, dass seine Wirksamkeit derzeit noch nicht ausreichend belegt ist, sind Nebenwirkungen vergleichbar der konventionellen Hormonersatztherapie zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht auszuschließen und das Präparat kann deshalb (noch) nicht empfohlen werden.

Tees. Zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden haben sich verschiedene Teemischungen, z. B. Frauenmantel (Alchemilla vulgaris), Schafgarbe (Achillea millefolium) und Salbei (Salvia officinalis), sowie Tees zur gezielten Milderung von einzelnen Symptomen bewährt, z. B. mit Johanniskraut (Hypericum perforatorum) zur Stimmungsaufhellung, Hopfenblüten (Humulus lupulus), Baldrian (Valeriana officinalis) und Melisse (Melissa officinalis) gegen Schlafstörungen, Salbei (Salvia officinalis) bei vermehrter Schweißneigung und Weißdorn (Crataegus) bei nervös bedingten Herzbeschwerden.

Homöopathie. Die Homöopathie empfiehlt z. B. Pulsatilla, Sepia, Belladonna und Cimicifuga. Daneben bietet sie fertig zubereitete Komplexmittel (z. B. Cimicifuga Pentarkan®).

Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Yoga und Autogenes Training sowie Massagen helfen – regelmäßig angewendet – Spannungen und nervöse Unruhezustände abzubauen, verbessern das Körpergefühl und fördern psychische Ausgeglichenheit. Darüber hinaus wirken sich Entspannungsübungen offenbar positiv auf Hitzewallungen aus . Bei Blasenschwäche und Inkontinenz hat sich regelmäßiges Beckenbodentraining bewährt.

Akupunktur und Elektroakupunktur.Die beiden Verfahren Akupunktur und Elektroakupunktur lindern Hitzewallungen und andere Wechseljahresbeschwerden; eine zumindest vorübergehende Verbesserung ist inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen.

Vorsorge

Zur Minderung des Osteoporoserisikos sollten Sie häufig kalziumreiche Lebensmittel, d. h. Frischmilch, Käse und andere Milchprodukte zu sich nehmen. Reduzieren Sie Ihren Nikotin-, Kaffee- und Alkoholkonsum oder hören Sie ganz damit auf – aber verbieten Sie sich nichts! In Maßen ist alles erlaubt.

Orthomolekularmedizin. Die Orthomolekularmedizin nennt Vitamin E zur Verringerung von Hitzewallungen, ein wissenschaftlicher Nachweis steht aber noch aus. Gesichert ist dagegen der vorbeugende Effekt einer regelmäßigen ausreichenden Kalziumzufuhr (z. B. Kalziumkarbonat) gegen Osteoporose.

Weiterführende Informationen

  • www.gut-durch-die-wechseljahre.de – Kommerzielle, aber sehr informative Internetseite aus Berlin: Mit Diskussionsforum, vielen Selbsthilfetipps und kostenloser Broschüre zum Herunterladen (Rubrik Broschüren).
  • M. Kiechle: Wechseljahre als Chance. Droemer Knaur, 2003. Fachärztlicher Ratgeber mit ausführlichen Informationen und praxisnahen Tipps zu alternativen Medikamenten und Therapien.
  • Verbraucher Zentrale NRW (Hrsg., 2003): Wechseljahre. Was Frauen wissen sollten. Neben allen medizinischen Informationen und Alternativtherapien gibt es Tipps zu Ernährung und Lebensstil sowie einen Blick in andere Kulturen.

Zyklus- und Monatsblutungsstörungen

Zyklusstörungen (dysfunktionelle Blutungen): Vom Normalverlauf abweichender Monatszyklus, dazu zählen Ausbleiben der Monatsblutung, verlängerter Menstruationszyklus, verkürzter Menstruationszyklus, Schmierblutungen und Zwischenblutungen; bzw. vom Normalverlauf abweichende Monatsblutung, dazu zählen die verstärkte, die abgeschwächte und die verlängerte Monatsblutung. Letztere werden von Frauenärzten in Abgrenzung zu den Zyklusstörungen auch als Störungen der Monatsblutung (Menstruationsstörungen) bezeichnet.

Die überwiegende Zahl der Frauen ist in (mindestens) einer Lebensphase davon betroffen. Der Behandlungsbedarf ergibt sich aus den Beschwerden oder einer mit der Zyklusstörung verbundenen Unfruchtbarkeit.

Die Erkrankungen

Im Einzelnen unterscheidet der Mediziner folgende Störungen:

Ausbleiben der Monatsblutung (Amenorrhoe): Fehlen der Monatsblutung über drei Monate, ohne dass eine Schwangerschaft besteht. Kommt die Blutung während der Pubertät und nach dem 16. Geburtstag nicht in Gang, spricht man von primärer Amenorrhoe. Bleibt sie dagegen aus, nachdem schon ein normaler Zyklus bestanden hat, ist dies eine sekundäre Amenorrhoe. Die häufigsten Gründe für die sekundäre Amenorrhoe sind Schwangerschaft, Stillzeit und die Zeit nach den Wechseljahren. Daneben können seelische oder körperliche Stresssituationen und Krankheiten, z. B. Diäten, Leistungssport, Magersucht oder Depressionen, Ursachen einer ausbleibenden Monatsblutung sein. Der Körper der Frau „schützt“ sich damit vor einer möglichen Schwangerschaft, die er zurzeit nicht verkraften könnte. Eine primäre Amenorrhoe tritt infolge einer verzögerten Pubertät, genitaler Fehlbildungen und körperlicher oder seelischer Stresssituationen auf.

Verlängerter Menstruationszyklus (Oligomenorrhoe): Länger als 35 Tage dauernder Menstruationszyklus. Die Blutung kommt seltener, Stärke und Dauer sind aber normal. Verlängerte Menstruationszyklen kommen beispielsweise häufig nach dem Absetzen der „Pille“ vor. Darüber hinaus kann eine unzureichende Follikelreifung dazu führen, dass der Eisprung verspätet oder gar nicht stattfindet und sich die Blutung entsprechend verzögert. Behandlungsbedürftig ist der verlängerte Menstruationszyklus normalerweise nur bei bestehendem Kinderwunsch.

Verkürzter Menstruationszyklus (Polymenorrhoe): Weniger als 25 Tage dauernder Menstruationszyklus. Die Blutung kommt zu häufig, ist aber von normaler Stärke und Dauer. Verkürzte Menstruationszyklen treten vorwiegend bei Frauen über 35 Jahren auf. Ursache ist meist ein hormonelles Ungleichgewicht. Die Zyklusstörung wird dann behandelt, wenn die häufigen Blutungen für die Frau belastend sind oder der Blutverlust zu hoch ist. Da insbesondere bei älteren Frauen häufige Blutungen auch auf einen Tumor hinweisen, sollte ein plötzlich auftretender verkürzter Menstruationszyklus immer vom Arzt abgeklärt werden.

Schmierblutung (Spotting, Zusatzblutungen): Zusätzlich zur regelmäßigen Monatsblutung auftretende leichte Zwischenblutung. Schmierblutungen dauern 1–2 Tage und können direkt vor der Monatsblutung (prämenstruelle Blutung) oder danach (postmenstruelle Blutung) auftreten. Schmierblutungen in der Zyklusmitte kurz vor dem Eisprung werden auch als Mittelblutung (mittelzyklische Blutung) bezeichnet. Die Zusatzblutungen sind harmlos, solange sie regelmäßig und zyklusabhängig erscheinen. Eine Behandlung ist dann nicht erforderlich.

Zwischenblutungen (Metrorrhagie, dysfunktionelle Dauerblutung, azyklische Dauerblutung): Unregelmäßige Dauerblutung länger als sieben Tage, die keinen Zyklus mehr erkennen lässt. Starke Zwischenblutungen sind häufig organisch bedingt und bedürfen daher immer einer fachärztlichen Abklärung. Auslöser können eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut und verschiedene Tumoren sein. Seltener treten Zwischenblutungen als Nebenwirkung einer Spirale auf.

Verstärkte Monatsblutung (Hypermenorrhoe): Starke Blutung, bei der mehr als fünf Vorlagen oder Tampons täglich über mehrere Tage hinweg benötigt werden. Neben hormonellen Ursachen führen chronische Entzündungen und Tumoren der Gebärmutter sowie Gerinnungsstörungen zu einer verstärkten Monatsblutung. Häufig gehen mit dem Menstruationsblut auch größere Gerinnsel (Koagel) ab. Einmalig verstärkte Blutungen sind normalerweise harmlos. Bleiben sie jedoch über mehrere Zyklen sehr stark, ist die fachärztliche Abklärung notwendig.

Abgeschwächte Monatsblutung (Hypomenorrhoe): Verminderte Blutung, bei der weniger als zwei Vorlagen oder Tampons täglich benötigt werden. Die abgeschwächte Monatsblutung ist zu leicht und von (zu) kurzer Dauer. Meist ist sie Zeichen einer nachlassenden Funktion der Eierstöcke zur Zeit der Wechseljahre: Die Eierstöcke produzieren geringere Mengen an Östrogen. Folglich wird die Gebärmutterschleimhaut weniger stark aufgebaut, sodass in der Blutungsphase auch nur wenig abbluten kann. Bei jüngeren Frauen kann es nach einer Entzündung der Gebärmutterschleimhaut dazu kommen, dass die Schleimhaut nur gering aufgebaut wird und die folgende Blutung abgeschwächt ist.

Verlängerte Monatsblutung (Menorrhagie): Länger als sechs Tage dauernde Monatsblutung bei normaler Zykluslänge. Dies kann Zeichen einer bestehenden Gerinnungsstörung sein oder auf Gebärmuttertumoren hinweisen, die das Zusammenziehen der Gebärmutter behindern. Eine verlängerte Monatsblutung muss vom Arzt abgeklärt werden.

Warnhinweis: Bei Zyklusstörungen sind natürliche Verhütungsmethoden nicht sicher.

www.salevent.de, Michael Amarotico, München
Störungen der Monatsblutung und Zyklusstörungen werden nach Stärke, Dauer und dem Zeitpunkt der Blutung eingeteilt.

Wann zum Frauenarzt

In den nächsten Wochen, wenn

  • Die Monatsblutung plötzlich ohne erkennbare Ursache ausbleibt und ein selbst durchgeführter Schwangerschaftstest negativ ausgefallen ist
  • Erstmals Schmierblutungen auftreten
  • Die Monatsblutung so häufig und unregelmäßig kommt, dass kein Rhythmus mehr erkennbar ist
  • Unregelmäßige Zwischenblutungen auftreten
  • Zu schwache Blutungen auftreten und ein unerfüllter Kinderwunsch besteht.

In den nächsten Tagen, wenn die Blutung wiederholt übermäßig stark ist oder länger dauert als normalerweise.

Das macht der Arzt

Primäre Amenorrhoe. Bei der gynäkologischen Untersuchung und einem Kontrastmittelultraschall sieht der Arzt, ob Fehlbildungen im weiblichen Genitaltrakt ein Abfließen des Menstruationsbluts verhindern. Zur Aufdeckung hormoneller Fehlregulationen werden durch eine Blutuntersuchung die Spiegel der Geschlechtshormone sowie des Steuerhormons GnRH bestimmt.

Eine Heilung und damit auch die Herstellung der Fruchtbarkeit ist nicht immer möglich, gelingt aber oft durch die Gabe von Hormonen oder Steuerhormonen.

Sekundäre Amenorrhoe. Ist eine Schwangerschaft ausgeschlossen, liegen die Ursachen meist außerhalb des gynäkologischen Bereichs – nicht selten sind z. B. schwere psychische Erkrankungen die Ursache. Vermutet der Arzt hormonelle Störungen, so versucht er mit Blutuntersuchungen und Stimulationstests herauszufinden, von welcher Ebene sie ausgehen, ob die Eierstöcke z. B. zu wenig Östrogen produzieren oder ob die übergeordneten Regulationszentren im Gehirn nicht richtig steuern. Diese Untersuchungen ziehen sich meist über mehrere Wochen hin und erfordern Geduld.

Die Behandlung richtet sich nach der Grundkrankheit. Bei einer Depression oder einer Magersucht zeigt das Wiedereinsetzen der Menstruation z. B. an, dass es der Betroffenen wieder besser geht. Viele Frauen erleben dies als sehr positiv; deshalb schlagen manche Ärzte den Patientinnen vor, Hormone einzunehmen, um das Wiedereinsetzen der Periode und damit den Therapieprozess zu beschleunigen.

Verlängerter oder verkürzter Menstruationszyklus. Anhand von Blut- und Urinuntersuchungen bestimmt der Arzt, ob ein hormonelles Ungleichgewicht besteht und ob ein Eisprung stattfindet. Nur dann, wenn die Frau sich durch den unregelmäßigen Zyklus beeinträchtigt fühlt, oder wenn über längere Zeit eine gewünschte Schwangerschaft nicht eintritt, werden zu lang dauernde Zyklen behandelt. Am einfachsten geschieht dies durch Einnahme der „Pille“, die durch den 21-tägigen Einnahmezyklus und die anschließende siebentägige Pause dem Körper einen Rhythmus aufzwingt. Treten die Blutungen zu häufig oder unregelmäßig auf, ist der Ausschluss von Polypen und anderen Tumoren in der Gebärmutter sehr wichtig. Dazu kann auch eine Ausschabung notwendig sein. Ergibt die Hormondiagnostik, dass der Eisprung ausbleibt (der Arzt spricht von anovulatorischen Zyklen), so muss dies nur bei Kinderwunsch behandelt werden.

Abgeschwächte Monatsblutung. Prinzipiell ist sie nur behandlungsbedürftig, wenn ein (unerfüllter) Kinderwunsch besteht. Mit dem Vaginalultraschall misst der Arzt den zyklusabhängigen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und stellt fest, ob sie ausreichend ist, damit ein befruchtetes Ei sich einnisten kann. Lässt die Monatsblutung kurz vor den Wechseljahren deutlich nach, ist dies durch die physiologische Verminderung der Hormonproduktion in den Eierstöcken bedingt und muss nicht behandelt werden.

Verstärkte Monatsblutung. Der Arzt sucht per Ultraschall und Gebärmutterspiegelung nach Myomen, Polypen oder Tumoren in der Gebärmutter und nach anderen Blutungsquellen. Der beste Zeitpunkt für diese Untersuchung ist in der ersten Zyklushälfte. Die Kombination der Gebärmutterspiegelung mit einer Ausschabung ermöglicht es, in der Spiegelung entdeckte Polypen oder Myome gleich zu entfernen. Zur Diagnostik von Gerinnungsstörungen dienen Bluttests.

Selbsthilfe

Die wenigsten Frauen haben immer einen exakt gleichen Menstruationszyklus. Wenn Ihre Regelblutung mal nach 25 oder mal nach 31 Tagen kommt, besteht kein Anlass zur Sorge. Der heutige Lebensstil mit unregelmäßigen Arbeitszeiten und häufigen, anstrengenden (Flug-)Reisen stört den Rhythmus vieler Frauen. Auch Zeitverschiebungen, Schicht- und Nachtarbeit, überstandene akute Erkrankungen (z. B. Grippe) wirken sich negativ auf den Rhythmus aus. Ein weniger bekannter Störfaktor tritt dann auf, wenn nach monatelanger Pause die sexuelle Aktivität wieder aufgenommen wird; manchmal kann dadurch sogar ein Eisprung ausgelöst werden. Viele Frauen sind so während des letzten Kriegs in den kurzen Fronturlauben ihrer Männer unerwartet schwanger geworden. Aber auch stark kalorienreduzierte Diäten bringen das Zusammenspiel der Hormone durcheinander, sodass der Menstruationszyklus stark schwankt.

Die beste Medizin für einen gleichmäßigen Rhythmus ist ein geregeltes Leben. Doch ob der Rhythmus immer gleich ist, ist weniger wichtig. Wichtig ist, dass Sie ihn kennen und möglichst auch die Faktoren, die ihn beeinflussen. Bei einem unregelmäßigen Rhythmus, aber beschwerdefreier Menstruation ist lediglich die Anwendung natürlicher Verhütungsmethoden problematisch. Wenn Ihre Regel jedoch plötzlich ohne erkennbare Ursache nicht mehr periodisch ist, oder wenn Zwischenblutungen auftreten, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.

Führen Sie einen Zyklus- und Menstruationskalender. Dazu reicht ein scheckkartengroßer Jahreskalender. In vielen Arztpraxen liegen solche kleinen Zykluskalender zum Mitnehmen aus.

Bei abgeschwächten Menstruationsblutungen hilft oft ein ansteigendes Fußbad. Stellen Sie hierfür beide Füße in eine mit warmem Wasser (etwa 33 °C) gefüllte Wanne und gießen Sie in den nächsten 15 Minuten immer wieder heißes Wasser nach – die Temperatur sollte 40 °C nicht übersteigen. Um eine größtmögliche Wirkung zu erzielen, sollten Sie das Fußbad in der Woche vor der erwarteten Menstruation täglich einmal durchführen.

Komplementärmedizin

Die Pflanzenheilkunde empfiehlt die Einnahme von standardisiertem Mönchspfefferextrakt (Vitex agnus-castus, z. B. Agnolyt®, Femicur®) über 4–6 Monate zur Stabilisierung des Hormonhaushalts. Verschiedene Studienergebnisse unterstreichen den therapeutischen Nutzen insbesondere bei sekundärer Amenorrhoe sowie bei Gelbkörperschwäche .

Teezubereitungen mit Taubnessel (Lamium album) sollen vor allem bei unregelmäßigen Menstruationszyklen helfen. Ihnen und Teemischungen mit Johanniskraut (Hypericum perforatorum) und Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) wird ein blutungsfördernder Effekt zugeschrieben. Schafgarbe (Achillea millefolia) soll insbesondere bei verstärkter oder verlängerter Menstruation helfen.

Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Autogenes Training oder Yoga sind nicht nur zum Abbau von Stress geeignet, sondern wirken auch positiv auf das Hormonsystem. Wichtig ist, die Entspannungsübungen regelmäßig durchzuführen.

Akupunktur. In einigen Fällen hat sich die Akupunktur bewährt, vor allem bei einem verkürzten oder verlängerten Menstruationszyklus.

Homöopathie. Gleiches gilt für die Homöopathie, die eine individuell abgestimmte Konstitutionsbehandlung empfiehlt.

Weiterführende Informationen

  • Im Internet sind brauchbare und ausgewogene Informationen zu Menstruation, Zyklus- und Menstruationsbeschwerden leider rar. Wir konnten uns zu keiner Empfehlung entschließen.
  • Für Buchtipps vgl. auch die allgemeinen Frauengesundheitsbücher
  • T. Kreitman et al.: Problemlos durch die Tage. Was Mädchen über die Periode wissen möchten. Ueberreuther, 2002. Jugendratgeber mit vielen Selbsthilfetipps bei Menstruationsbeschwerden. Nicht nur für Jugendliche.
  • J. Becket (Hrsg.): Rubinrote Zeit – Beginn der Menstruation. Diametric, 2006. Frauen aus vier Generationen erzählen über den Beginn ihrer Monatsblutung. Keine medizinische Fachinformation, dafür aber Einblicke in ein sich stark wandelndes Selbstverständnis.

Östrogenmangel-Kolpitis

Östrogenmangel-Kolpitis (Kolpitis senilis, atrophische Kolpitis): Scheidenentzündung bei Frauen in und nach den Wechseljahren aufgrund des nicht mehr vollständigen Aufbaus der Scheidenschleimhaut, und dadurch reduzierte Abwehrkraft.

Die Erkrankung

Die Östrogenmangel-Kolpitis beginnt als nicht infektiöse Scheidenentzündung, Bakterien oder Pilze sind zunächst nicht die Ursache, besiedeln aber oft im weiteren Verlauf die entzündete Scheidenschleimhaut.

Die Therapie gelingt bei korrekter Diagnostik zuverlässig mit Maßnahmen zur Verbesserung des Scheidenmilieus sowie mit Antibiotika bzw. Antimykotika.

Leitbeschwerden

  • Starker Juckreiz
  • Vermehrter Ausfluss, bei bakterieller Mitbeteiligung je nach Erreger mit verändertem Geruch oder veränderter Konsistenz
  • Brennender, wundartiger Schmerz im Scheideninneren
  • Rötung und Schwellung der Schamlippen
  • Fehlendes Feuchtwerden der Scheide bei sexueller Erregung sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Wann zum Frauenarzt

In der nächsten Woche, wenn die genannten Beschwerden auftreten

Das macht der Arzt

Farbe, Geruch und Beschaffenheit des Ausflusses sowie die mikroskopische Untersuchung des Scheidensekrets liefern dem Arzt Hinweise auf Vorhandensein und Art eines Erregers. Mit antimykotischen (gegen Pilze) oder antibiotischen Salben (gegen Bakterien) oder Vaginaltabletten sind die Entzündungen in der Regel schnell und effektiv zu behandeln. Bei sehr hartnäckigen Infektionen ist eine orale Einnahme von Antimykotika oder Antibiotika in Tablettenform notwendig. Um eine Ausweitung der Entzündung auf Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke zu verhindern, sollte die Therapie so rasch wie möglich begonnen werden.

Wichtig ist, neben der Infektion auch die Grunderkrankung zu behandeln und das Scheidenmilieu wieder zu verbessern. Dazu stehen Präparate mit Döderlein-Bakterien (z. B Vagiflor®) zur Verfügung. Außerdem kann eine äußerlich anzuwendende östrogenhaltige Salbe (z. B. Linoladiol®, OeKolp®) die Scheidenschleimhaut wieder aufbauen und den Juckreiz lindern.

Selbsthilfe

Eine Selbsthilfe sollte die ärztliche Behandlung nicht ersetzen, sondern begleiten und weiterführen. Als Maßnahmen werden empfohlen:

  • Moorsitzbäder, die die Durchblutung und Widerstandsfähigkeit der Scheide fördern
  • Unterwäsche aus Baumwolle, die bei 90 °C waschbar ist, damit Erreger abgetötet werden und eine erneute Infektion verhindert wird.

Übertriebene Genitalhygiene wie z. B. der Gebrauch von Intimlotionen oder -sprays schadet mehr als sie nützt, denn sie kann die Scheidenflora zerstören.

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